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farbgestaltung seniorenheim
die farbgestaltung eines seniorenheims muss vertieft betrachtet werden, es geht um menschen im letzten lebensabschnitt. die gestaltung in diesem bereich bedarf einer sehr sensiblen abklärung.
 
meist sind senioren nebst anderen defiziten sehhbehindert und / oder gehbehindert. um sich wirklich in einen älteren menschen hinein zu versetzten,  fand in rahmen unserer ausbildung als farbgestalter eine übung mit einem anzug mit " eingebauten blockaden " statt. nur so konnten wir das effektive blickfeld ausmachen und wirklich auch erspüren, mit was für empfindungen und einschränkungen ein älterer mensch konfrontiert werden kann.
   
im zusammenhang mit der aufgabe farbgebung im seniorenheim, muss dem thema demenz ein umfangreicher teil gewidmet werden.
was bedeutet demenz ? die alzheimerkrankheit (60% der sog. demenzkranken)
ist die degenerative demenz mit der höchsten auftretenshäufigkeit. bestimmte hirnareale werden dermassen geschädigt, dass die normale hirnleistung nicht mehr möglich ist. man kann von einem absterben und schrumpfung im bereich der nervenzellen bestimmter hirnregionen sprechen.


die stadien der alzheimer - demenz in kürze :

stadium 1 diese patienten können noch weitgehend selbständig die lebensausführung aufrechterhalten. erste kurzzeitgedächtnisstörungen, speicherung und abruf neuer informationen ist erschwert. die sprache ist durch wortfindungsstörungen etc. beeinträchtigt. des weiteren: verminderte spontanität, unsicherheit, depressive verstimmung. der körperliche befund ist jedoch normal.
stadium 2     hochgradige vergesslichkeit. die erinnerung an die eigene biographie verblasst. zunehmende sprechstörungen, angstzustände, wahnphänomene, harninkontinenz.
stadium 3 völlige unfähigkeit gedächnisspuren zu bilden. rückgang der sprachlichen äusserungen. ständige unruhe, körperliche befunde parkinsonähnliche motorik. zunehmend rollstuhlgebundenheit sowie spätere bettlägerigkeit.
man kann es auch anderst sagen    :   ich vergesse wer ich bin !
wo bin ich ? demenzkranke sind infolge ihrer eingeschränkheit unter einem enormen belastungsdruck, physischer und psychischer art. das typische verhaltensmuster ist verwirrtheit und desorientierung und auch die ständige frage - wo bin ich ?
eine häufig beobachtete verhaltensweise ist auch der ständige bewegungsdrang,
wandern sowie hektische handlungen.

was bedeutet das für die farbgestaltung? betrachtet man nun das thema vertieft, muss man viele themen miteinbeziehen.  die orientierung ist sehr wichtig. wie geht man mit mustern um   -   verwende ich vollfarben ? welche farben können belastend oder gar irritierend wirken !
ganz sicher darf man nie ausser acht lassen dass der demente oft hilflos ist -
aber nie gefühlslos.

 

 

 

 

 

grundriss cafeteria                                                     musterpalette boden / wand / decke

da demenzkranke dazu neigen eher zu wenig zu essen, wird in der cafeteria bewusst auf appetitanregende farben gesetzt - und die runden tische sollen dass "beisammensein" fördern.

perspektiven cafeteria

wie man im obigen kapitel lesen kann , fühlen sich demenzkranke nicht nur orientierungslos sondern auch sehr einsam . ein warmtoniges ambiente wirkt wohlwollend auf den krankheitsverlauf ein. von grellen nervösen mustern etc. ist unbedingt abzusehen,  da dies zunehmend verunsicherung und überforderung schafft.



perspektive patientenzimmer

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